Tag: Nähanleitung

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Dekorative Stoffmanipulation bei Michaela Bernhard Modedesign

Herzlich willkommen, liebe Kunden und liebe Leser,

in diesem Artikel möchte ich Schritt-für-Schritt erklären, wie die schönen dekorativen „Wirbel“ in den Designs meiner neuen Mini-Kollektion gefertigt wurden. Interessante Details spielen eine wichtige Rolle für mich. Schließlich muss etwas dagegen getan werden, dass es in jeder Stadt und in jedem Geschäft identische Kleidung zu kaufen gibt. Ich mag Kleidung, die besondere Details hat. Und möchte gerne auch Euch/Sie dazu ermutigen, Kleidung individuell zu gestalten. Eine entsprechende Schablone zum Nacharbeiten der Wirbel, gibt es als Download weiter unten.

Anleitung Stoffwirbel und Schablonendownload
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Anleitung Stoffwirbel und Schablonendownload

Dies ist die Markiervorlage (die gesamte Vorlage gibt es weiter unten zum Download), die an den Punkten ausgestanzt und mit einem Kreidestift auf den Stoff übertragen werden muss. Je größer der Abstand zwischen den einzelnen Punkten ist, desto mehr Stoff wird „eingedreht“ und desto größer wird der einzelne Wirbel. Je nach Stoff sollte man Probestücke mit unterschiedlichen Punkte-Rasterabständen (z. Bsp. 1cm, 1,5cm oder 2cm) anfertigen. Die roten Pfeile illustrieren den Verlauf der einzelnen Stiche.

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Anleitung Stoffwirbel und Schablonendownload

In meiner Minikollektion wurden Wirbel-Details in unterschiedlichen Längen verwendet. Jeder Wirbel ist ca. 1,5 bis 2cm breit, dafür werden ca. 5 – 6 cm Stoff benötigt. Die entsprechenden Anzahl an Schablonen muss daher vor Arbeitsbeginn auf den Stoff übertragen werden.

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Anleitung Stoffwirbel und Schablonendownload

Hier ein Beispiel der Stiche im Stoff. Wichtig ist, dass mit einem Stich entlang der Stoffunterseite begonnen werden muss (= kein Faden sichtbar an der markierten Stoffoberseite vor Beginn der ersten Reihe mit 5 vertikalen Punkten).

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Anleitung Stoffwirbel und Schablonendownload

Die Wirbel während der Anfertigung nach und nach eindrehen und den Faden straff ziehen. Nach allen 5 – 6 Wirbeln aus Sicherheits- und Stabilitätsgründen den Faden auf der Rückseite vernähen und mit einem neuen Stück Faden weiterarbeiten.

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Anleitung Stoffwirbel und Schablonendownload

Wenn die gewünschte Wirbellänge erreicht ist, den Stoff rechts und links neben den Wirbeln entweder raffen oder in Falten legen. In meiner Minikollektion habe ich die Wirbel mit einem entsprechenden Schnitteil hinterlegt und zur Verarbeitung festgeheftet, damit es stabil ist und seine Form und Schönheit (auch nach dem Waschen) beibehält.

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Hier die Stücke aus der Kollektion: 

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Hier gibt es die Schablone zum Ausstanzen zum Download als PDF (DIN A4). Viel Spaß! Natürlich freue ich mich auch über Fotos Eurer Arbeiten! 🙂

Alles Gute,

Michaela

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Blusen mit Herz und wie sie gemacht werden…

Herzlich willkommen, liebe Kunden, liebe Leser und liebe Nähbegeisterte,

(c) www.michaela-bernhard.com - Blusen mit Herzich habe für Sie leger geschnittene Kurzarmblusen mit eingearbeitetem Herz aus Satin entworfen und gefertigt. Vier unterschiedliche Varianten, jeweils in begrenzter Stückzahl, sind absofort im Online-Shop erhältlich.

Und da ich für technische Details immer zu haben bin und diese LIEBE, gibt es anbei eine kurze Anleitung darüber was bei der Einarbeitung selbstgestalteter Formen (in unserem Fall ist es ein Herz) in Stoff an grundsätzlichen Regeln zu beachten ist.

Wie kommt also das Herz ins Shirt? Technische Tipps!

Das Schnittmuster.

Vorab: Das Herz aus Satin ist nicht aufgenäht (appliziert), sondern direkt in den Stoff der Bluse exakt passend eingefügt. Bei solch leichten Stoffen ist dies kein einfaches Unterfangen und bedarf Geschick und Erfahrung. Aber nur keine Angst!

Zur Gestaltung und Integration einer solchen Form ist es notwendig, dass das zugrundeliegende Schnittmuster über Abnäher verfügt. Diese müssen manipuliert bzw. geschlossen werden, um dem Kleidungsstück einerseits seine Passform zu verleihen, die Arbeitsschritte zu reduzieren und andererseits klare Linien zu schaffen. Letzteres ist allerdings Geschmackssache.

(c) www.michaela-bernhard.com - Blusen mit Herz

Das Herz nun auf das Schnittmuster des Vorderteils in gewünschter Position aufzeichnen, dabei darauf achten, dass der Brustabnäher an die Kante des Herzens angrenzt, dieser kann ggfls. auch ein paar Zentimeter gekürzt werden, sollte er zu weit ins Herz hineinragen. Entlang dieser Linie im Abstand von ca. 5 – 10cm Markierungen anbringen. Diese müssen beim Einnähen des Herzens genau aufeinandertreffen.

(c) www.michaela-bernhard.com - Blusen mit HerzDas Herz kopieren und mit einer 0,5cm breiten Nahtzugabe versehen. Schnittmuster ausschneiden und Markierungen ausstanzen.

Nun zurück zum Schnittmuster der Bluse.

Jetzt muss entschieden werden, wo die Naht platziert werden soll, die entsteht, nachdem die Brustabnäher geschlossen wurden. Im Fall der Herzblusen-Kollektion ist es die vordere Mittelnaht (= von der unteren Spitze des Herzens bis zur Saumkante). Die Naht auf das Schnittmuster aufzeichnen, einschneiden und die beiden Brustabnäher mit Klebeband schließen (siehe oberes Foto). Dadurch vergrößert sich der Abstand zwischen der geraden eben festgelegten und geöffneten vorderen Mittelnaht.

Nun das Schnittteil nochmals kopieren und mit Nahtzugabe versehen. Die Herz(innen)kante benötigt eine Nahtzugabe von 0,5cm, damit das Herz wieder exakt in die entstandene Lücke hineinpasst. Die Markierungen passend zur Herzform in die Nahtzugabe einstanzen.

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(c) www.michaela-bernhard.com - Blusen mit HerzVersäubern

Aufgrund der geringen Nahtzugabe das Stoff zugeschnittene Herz nur mit einem schmalen Rollsaum (3-fädige Overlock-Naht oder schmalem Zickzackstich) versäubern. Die Herzinnenkante der Bluse muss nicht versäubert werden. Dies geschieht durch eine schmale Steppnaht entlang der Nahtkante des eingesetzten Herzes. [clearline]

(c) www.michaela-bernhard.com - Blusen mit HerzNähen

Die untere Mittelnaht mit relativ kurzer Stichlänge schließen, jedoch unterhalb der Nahtzugabe des Herzens die Naht beenden (siehe Foto/Pfeil).

Das Herz von der oberen Mitte beginnend bis zur unteren Spitze einnähen, dabei die Naht exakt am letzten Stich der Naht der vorderen Mittelnaht beenden.

Die Arbeit wenden und die andere Hälfte des Herzes entsprechend einnähen.

Dabei darauf achten, dass die Markierungen steht’s genau aufeinander treffen, um ein „verzerren“ des Herzens zu vermeiden. Es soll nach Fertigstellung schön flach liegen.

Wer es sich für den Anfang einfach machen möchte, kann anstatt dem Herz auch einen Kreis einnähen…. Nur Mut!

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Die Herzschablone gibt es hier zum Download! Viel Spaß beim Nacharbeiten!

Über ein Posten diesen Artikels oder der Herzblusen auf Facebook, Pinterest, Twitter, google+ etc. freue ich mich! Herzlichen Dank!

Alles Gute

Michaela Bernhard

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Use it all. Wear it all. Kleider aus dem ganzen Stück Stoff.

Herzlich willkommen, liebe Besucher,

hier möchte ich Ihnen gerne eine meiner Methoden zur Bekleidungskonstruktion erklären, die ich für einige meiner Designs verwende.

Diese basiert darauf, im Zuschneideprozess nur die Stoffbereiche zu entfernen, die es dem Körper ermöglichen durch die entstandenen Öffnungen (bzw. Hohlräume) zu gleiten. Das Prinzip besteht also im Entfernen von Stoff anstatt, wie normal üblich, im Hinzufügen von Stoff zu einem Kleidungsstück.

So sieht ein konventionelles Schnittmuster eines Kleides (bestehend aus Vorderteilen und Rückenteilen) aus:

(c) www.michaela-bernhard.com - Less-Waste Methode

Die schraffierte Fläche in der Zeichnung ist die textile Verschnittmenge, der Abfall sozusagen.

Schnittmuster nach der „Less-Waste“-Methode

Meine Schnittmuster repräsentieren nicht die äußere Form des Kleidungsstücks, sondern den negativen Raum im Kleidungsstück, der es hohl macht. Somit wird die gesamte Breite und Länge einer Stoffbahn verwendet und nicht nur Teile davon. Daher der Slogan „Use it all. Wear it all.“

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Das Schnittmuster, in diesem Fall die schraffierte Fläche (!),  sieht dann so aus:

(c) www.michaela-bernhard.com - Less-Waste Methode

Das verwendete Schnittmuster umfasst also nur die Fläche um das Vorderteil (Schulter bis Taille) und um das Rückenteil (Schulter bis Taille) herum. Dieser Platz wird benötigt, um die notwendigen Hohlräume für Halsausschnitt und Armlöcher zu kreiren.

Auch hier bezeichnet die schraffierte Fläche die Verschnittmenge, die bei einer Stoffbahnlänge von ca. 2m deutlich geringer ausfällt als bei einem konventionellen Kleiderschnitt und ca. 1,30m Stoffbahnlänge (siehe Skizze oben).

Hält man also die beiden Schulternähte aneinander und hebt diese hoch, so „sammelt“ sich der gesamte verbleibene Stoff im Rockteil des Kleides. So entsteht also das viele Volumen. Diese Kleider haben im Durchschnitt einen Saumumfang von über 5m!

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Der Erfinder dieser Methode der Bekleidungskonstruktion ist Prof. Julian Roberts, den ich während meines Designstudiums in England im Rahmen einer Projektarbeit kennenlernen durfte. Auf seiner Seite zum Thema „Substraction Cutting“ zeigt er weitere spannende Abwandlungen der oben vorgestellten Methode.

 

Vorteile der „Less-Waste“-Konstruktionsmethode

Weniger Abfall
Die Menge der anfallenden textilen Verschnittmenge wird erheblich reduziert.

Weiche Drapierungen und neue (unerwartete) Formen
Es entsteht ein Kleidungsstück mit viel figurumschmeichelnden Volumen und weichen Drapierungen, da sich die gesamte verbleibende Stoffmenge am Körper entlang schmiegt.

Mehr Stoff = Mehr Bewegungsfreiheit
Die verwendete Stoffmenge (für knielange Kleider sind das 2m) bietet viel praktischem Bewegungsfreiraum. Abhängig von dem verwendeten Stoff und der Stoffmenge sind diese Kleider auch viel schwerer als „normale“ Kleider.

 

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Kleider im „Less-Waste“-Design

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