Konstruktion: „Less-Waste“-Methode

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Use it all. Wear it all. Kleider aus dem ganzen Stück Stoff.

Herzlich willkommen, liebe Besucher,

hier möchte ich Ihnen gerne eine meiner Methoden zur Bekleidungskonstruktion erklären, die ich für einige meiner Designs verwende.

Diese basiert darauf, im Zuschneideprozess nur die Stoffbereiche zu entfernen, die es dem Körper ermöglichen durch die entstandenen Öffnungen (bzw. Hohlräume) zu gleiten. Das Prinzip besteht also im Entfernen von Stoff anstatt, wie normal üblich, im Hinzufügen von Stoff zu einem Kleidungsstück.

So sieht ein konventionelles Schnittmuster eines Kleides (bestehend aus Vorderteilen und Rückenteilen) aus:

(c) www.michaela-bernhard.com - Less-Waste Methode

Die schraffierte Fläche in der Zeichnung ist die textile Verschnittmenge, der Abfall sozusagen.

Schnittmuster nach der „Less-Waste“-Methode

Meine Schnittmuster repräsentieren nicht die äußere Form des Kleidungsstücks, sondern den negativen Raum im Kleidungsstück, der es hohl macht. Somit wird die gesamte Breite und Länge einer Stoffbahn verwendet und nicht nur Teile davon. Daher der Slogan „Use it all. Wear it all.“

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Das Schnittmuster, in diesem Fall die schraffierte Fläche (!),  sieht dann so aus:

(c) www.michaela-bernhard.com - Less-Waste Methode

Das verwendete Schnittmuster umfasst also nur die Fläche um das Vorderteil (Schulter bis Taille) und um das Rückenteil (Schulter bis Taille) herum. Dieser Platz wird benötigt, um die notwendigen Hohlräume für Halsausschnitt und Armlöcher zu kreiren.

Auch hier bezeichnet die schraffierte Fläche die Verschnittmenge, die bei einer Stoffbahnlänge von ca. 2m deutlich geringer ausfällt als bei einem konventionellen Kleiderschnitt und ca. 1,30m Stoffbahnlänge (siehe Skizze oben).

Hält man also die beiden Schulternähte aneinander und hebt diese hoch, so „sammelt“ sich der gesamte verbleibene Stoff im Rockteil des Kleides. So entsteht also das viele Volumen. Diese Kleider haben im Durchschnitt einen Saumumfang von über 5m!

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Der Erfinder dieser Methode der Bekleidungskonstruktion ist Prof. Julian Roberts, den ich während meines Designstudiums in England im Rahmen einer Projektarbeit kennenlernen durfte. Auf seiner Seite zum Thema „Substraction Cutting“ zeigt er weitere spannende Abwandlungen der oben vorgestellten Methode.

 

Vorteile der „Less-Waste“-Konstruktionsmethode

Weniger Abfall
Die Menge der anfallenden textilen Verschnittmenge wird erheblich reduziert.

Weiche Drapierungen und neue (unerwartete) Formen
Es entsteht ein Kleidungsstück mit viel figurumschmeichelnden Volumen und weichen Drapierungen, da sich die gesamte verbleibende Stoffmenge am Körper entlang schmiegt.

Mehr Stoff = Mehr Bewegungsfreiheit
Die verwendete Stoffmenge (für knielange Kleider sind das 2m) bietet viel praktischem Bewegungsfreiraum. Abhängig von dem verwendeten Stoff und der Stoffmenge sind diese Kleider auch viel schwerer als „normale“ Kleider.

 

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Kleider im „Less-Waste“-Design

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